Die Vorbereitung der Drohnenlinien für die Zuchtsaison 2027 beginnt bereits lange vor dem eigentlichen Einsatz auf der Belegstelle. Ein wichtiger Bestandteil der züchterischen Arbeit ist dabei die sorgfältige Auswahl und Kontrolle der vorgesehenen Zuchtmütter. Nur aus gesunden und leistungsfähigen Linien können stabile Drohnenvölker aufgebaut werden, die später einen wertvollen Beitrag zur gezielten Königinnenzucht leisten. Neben der Beurteilung von Leistung und Verhalten sollten auch Merkmale untersucht werden, die nicht zwingend auf den ersten Blick sichtbar sind. Hierzu zählt auch die Notwendigkeit einer Virusdiagnostik der eingesetzten Zuchtmütter.

Für die beiden in 2027 geplanten Drohnenlinien der Belegstelle Glashütte wurden die vorgesehenen Zuchtmütter einer umfangreichen Untersuchung beim LAVES – Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unterzogen. Dabei lag der Fokus auf der Untersuchung relevanter viraler Belastungen, die einen Einfluss auf die Bienengesundheit und die Weiterentwicklung von Zuchtlinien haben können.

Untersucht wurden folgende Krankheitserreger:

  • ABPV – Akutes Bienenparalysevirus
  • VDV-1 – Flügeldeformationsvirus Typ 1
  • DWV – Flügeldeformationsvirus Typ 2
  • SBV – Sackbrutvirus
  • CBPV – Chronisches Bienenparalysevirus
  • BQCV – Schwarzes Königinnenzellvirus

Die Untersuchungen erfolgten sowohl qualitativ als auch quantitativ. Neben dem reinen Nachweis möglicher Viren sollte zusätzlich die logarithmische Virenbelastung ausgewertet werden, um auch geringste Belastungen der untersuchten Proben erfassen und bewerten zu können.

Das Ergebnis der Untersuchung ist für die geplante Zuchtarbeit sehr erfreulich: Beide vorgesehenen Zuchtmütter zeigten in allen untersuchten Bereichen ein vollständig negatives Ergebnis. Es konnten keine der untersuchten Viren nachgewiesen werden. Daher bedurfte es nach Rückmeldung des LAVES keiner weiteren quantitativen Auswertung, da sich keinerlei Hinweise auf eine bestehende Virusbelastung in der qualitativen Untersuchung zeigten.

Damit besteht ausgehend von den zukünftigen Zuchtmüttern auf Basis der Virusdiagnostik zunächst keine erkennbare Grundbelastung mit den untersuchten Krankheitserregern, die über die Drohnenlinien in die Zuchtarbeit 2027 eingebracht oder an nachfolgende Generationen weitergegeben werden könnte.

Diese Untersuchung bildet einen weiteren wichtigen Baustein in der konsequenten Vorbereitung der Drohnenlinien 2027. Neben genetischen Eigenschaften, Zuchtwerten und Leistungsmerkmalen spielt die gesundheitliche Ausgangslage der Linien eine wichtige Rolle für die Zuchtergebnisse. Durch die frühzeitige Kontrolle der Zuchtmütter wird die Grundlage geschaffen, gesunde und vitale Drohnenvölker für die kommende Zuchtsaison aufzubauen.

Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass moderne Zuchtarbeit nicht nur die Auswahl geeigneter Abstammungen umfasst, sondern auch eine umfassende Gesundheitskontrolle der eingesetzten Linien voraussetzt.