Am 3. Oktober haben wir uns mit sechs Mitgliedern des Bienenzuchtvereins Glashütte in der Nähe von Bad Bramstedt getroffen, um gemeinsam die SMR-Auswertung unserer Zuchtvölker durchzuführen. Mit vier Mikroskopen konnten wir die Untersuchungen parallel durchführen und die einzelnen Ergebnisse direkt gemeinsam besprechen.
Für die Auswertung wurden verdeckelte Brutzellen geöffnet und auf Varroamilben sowie deren Reproduktion untersucht. Je nach Volk wurden dabei zwischen 200 und 400 Zellen kontrolliert. Bei einzelnen Völkern konnten selbst nach 400 geöffneten Zellen keine Milben gefunden werden. Bei anderen Völkern war die Anzahl bereits nach rund 60 untersuchten Zellen ausreichend, um die Auswertung negativ abzuschließen.
Neben der reinen Anzahl gefundener Milben ist insbesondere die Frage interessant, ob sich diese in den untersuchten Brutzellen erfolgreich vermehren. Bei vielen der gefundenen Milben konnten keine Hinweise auf eine erfolgreiche Reproduktion festgestellt werden. Das ist insbesondere bei Völkern mit insgesamt geringer Milbenbelastung eine interessante Beobachtung.
Untersucht wurden dabei nicht nur unsere für 2027 / 2028 vorgesehenen Zuchtlinien und deren Nachzucht. Wir haben auch weitere Zuchtlinien sowie Königinnen einbezogen, die bereits seit 2024 ohne Varroabehandlung geführt werden. Dadurch konnten wir unterschiedliche Herkünfte und Nachzuchten unter vergleichbaren Bedingungen betrachten.
Die SMR-Auswertung ist dabei nur ein Bestandteil unserer laufenden Zuchtarbeit. Gemeinsam mit weiteren Merkmalen wie dem Hygieneverhalten, dem phoretischen Milbenbefall, der Volksentwicklung und der Honigleistung entsteht über wiederholte Untersuchungen eine Datengrundlage für die weitere Selektion.
Besonders wertvoll ist dabei die gemeinsame Durchführung. Die Untersuchung am Mikroskop ermöglicht nicht nur die Erfassung von Daten, sondern auch den direkten Austausch über die Beurteilung der Zellen und die Interpretation der Beobachtungen. Gerade bei der SMR-Auswertung ist es wichtig, dass die Untersuchung möglichst einheitlich und sorgfältig durchgeführt wird.
Nach mehreren Stunden konzentrierter Arbeit haben wir den Untersuchungstag schließlich gemeinsam bei einem Grillen ausklingen lassen. Neben den erhobenen Daten bleibt damit auch der gemeinsame Austausch innerhalb des Bienenzuchtvereins ein wichtiger Bestandteil unserer Zuchtarbeit.
Die detaillierte Auswertung der einzelnen Linien und der daraus resultierenden Ergebnisse werden wir zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen.
