Im Rahmen der laufenden Zuchtarbeit haben wir bei unseren Völkern erneut den phoretischen Varroabefall bestimmt. Die Untersuchung erfolgte mit der Puderzuckermethode an jeweils etwa 50 Gramm Bienen.

Bei den untersuchten Völkern wurden Befallsgrade zwischen 0,5 % und 1,6 % festgestellt. Damit zeigen sich über die verschiedenen Völker deutliche Unterschiede in der Anzahl der auf den erwachsenen Bienen sitzenden Varroamilben.

Phoretische Befallsgrad als Messgröße

Als phoretischer Befall wird der Anteil der Varroamilben bezeichnet, die sich zum Zeitpunkt der Untersuchung auf den erwachsenen Bienen befinden. Für die Bestimmung werden Bienen aus dem Volk entnommen und mit Puderzucker behandelt. Die Milben lösen sich dabei von den Bienen und können anschließend ausgezählt werden.

Der Befallsgrad wird als Verhältnis von Milben zu untersuchten Bienen angegeben. Ein Wert von beispielsweise 1,0 % bedeutet vereinfacht, dass auf 10g untersuchte Bienen (ca. 100 Bienen) rechnerisch eine Varroamilbe festgestellt wurde.

Die Untersuchung liefert damit eine Momentaufnahme der Milbenbelastung der erwachsenen Bienen. Sie sagt allerdings nicht unmittelbar aus, wie viele Milben sich insgesamt im Volk befinden, da ein erheblicher Teil der Varroapopulation zu diesem Zeitpunkt in der verdeckelten Brut sitzen kann.

Bedeutung für die züchterische Bewertung

Der phoretische Befallsgrad ist insbesondere im Vergleich mehrerer Völker und über mehrere Messzeitpunkte hinweg interessant. Zeigt ein Volk trotz vergleichbarer Ausgangsbedingungen dauerhaft einen niedrigen phoretischen Befall, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sich die Varroapopulation dort langsamer entwickelt oder dass Mechanismen des Volkes die Milbenpopulation begrenzen.

Für unsere Zuchtarbeit betrachten wir den Wert deshalb nicht isoliert. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit weiteren Untersuchungen wie SMR und VSH sowie den allgemeinen Leistungsmerkmalen der Völker bewertet. Erst die Kombination verschiedener Messwerte ermöglicht eine belastbare züchterische Einschätzung.

Die aktuellen Werte von 0,5 % und 1,6 % sind für unsere weitere Selektion interessant und fließen in die Bewertung der untersuchten Völker ein. Besonders relevant ist dabei die Entwicklung der Befallswerte über die Zeit und deren Zusammenhang mit den Ergebnissen der Brutuntersuchungen.

Insbesondere die Werte der potenziellen Drohnenlinie 2027/2028 zeigen mit 0,5% hervorragende Eigenschaften. Untersucht wurden dabei 59,4g Bienen mit einem Varroabefall von lediglich 3 phoretischen Milben. Details hierzu werden später in der entsprechende Beschreibung der Drohnenlinie veröffentlicht.

Im Weiteren wurden auch die Drohnenmütter der im Jahr 2026 eingesetzten Völker der B196(KWS)24 untersucht, dabei wurden nachfolgende Befallwerte festgestellt.

KöniginMethodeBienenmasseMilbenBefallsgrad (%)
B2502(IBO)25Puderzucker62,8 gr101,6%
B2506(IBO)25Puderzucker38,4 gr102,6%
B2508(IBO)25Puderzucker51,2 gr30,6%
B2509(IBO)25Puderzucker63,1 gr91,4%

Die Messung des phoretischen Befalls ist damit ein weiterer Baustein unserer laufenden Zuchtarbeit und hilft uns dabei, die Völker für die weitere Selektion gezielter zu beurteilen.