Der Frühling hält langsam Einzug und mit den ersten dauerhaft zweistelligen Temperaturen erwacht auch am Bienenstand wieder reges Leben. Nach den langen Wintermonaten beginnen die Bienenvölker nun mit voller Kraft in die neue Saison zu starten und sammeln von den Frühblühern reichlich Pollen. Für uns und unsere Drohnenvölker ist dies eine wichtige Phase, in der einige kleinere Arbeiten erledigt werden müssen, um den Völkern optimale Bedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen.
Eine der ersten Maßnahmen ist das Entfernen der Mäusegitter vor den Fluglöchern. Diese haben während des Winters eine wichtige Schutzfunktion erfüllt, indem sie verhindert haben, dass Mäuse in die warmen Bienenstöcke eindringen. Mäuse können in einem Bienenvolk erheblichen Schaden anrichten, indem sie Waben zerstören, Vorräte fressen und das Volk stark stören. Mit steigenden Temperaturen und zunehmender Aktivität der Bienen sinkt dieses Risiko jedoch deutlich. Die Bienen haben die Wintertraube inzwischen aufgelöst und sind wieder deutlich aktiver, sodass sie ihren Stock nun selbst gut gegen mögliche Eindringlinge verteidigen können. Gleichzeitig sorgen die offenen Fluglöcher dafür, dass der zunehmende Flugbetrieb nicht unnötig behindert wird.
Gerade jetzt herrscht am Flugloch reger Betrieb. Die Bienen nutzen jede geeignete Wetterphase, um die ersten wichtigen Ressourcen des Jahres zu sammeln. Besonders auffällig ist das Sammeln von Pollen. Mit ihren oft leuchtend gelben, orangefarbenen oder sogar rötlichen Pollenhöschen kehren die Sammlerinnen zum Stock zurück. Pollen ist für das Bienenvolk von entscheidender Bedeutung, denn er liefert das Eiweiß, das für die Aufzucht der Brut benötigt wird. Während der Frühjahrsentwicklung steigt die Brutmenge im Volk kontinuierlich an, und damit wächst auch der Bedarf an hochwertigem Pollen. Die Bienen tragen daher derzeit große Mengen davon ein, um die heranwachsende Generation von Arbeiterinnen optimal zu versorgen.
Ein praktischer Nebeneffekt des Entfernens der Mäusegitter zeigt sich ebenfalls beim Blick auf die Fluglöcher: Häufig bleibt ein Teil des gesammelten Pollens an den Gittern hängen. Nach den oft anstrengenden Sammelflügen verlieren die Bienen beim Durchkrabbeln durch die engen Öffnungen einen Teil ihrer wertvollen Fracht. Ohne die Gitter gelangen sie leichter und schneller in den Stock, wodurch weniger Pollen verloren geht.
Zusätzlich kann jetzt ein Anflugbrett am Flugloch angebracht werden. Dieses dient den Bienen als eine Art Landebahn und erleichtert ihnen das Anfliegen des Stocks. Besonders bei starkem Flugbetrieb oder bei voll beladenen Sammlerinnen kann eine stabile Landefläche hilfreich sein. Die Bienen können dadurch sicher landen, kurz orientieren und anschließend bequem in den Stock laufen.
Neben diesen Arbeiten ist im zeitigen Frühjahr jedoch vor allem ein Punkt besonders wichtig: die regelmäßige Kontrolle der Futtervorräte. Während die Natur langsam erwacht, ist das Nektarangebot vielerorts noch begrenzt. Gleichzeitig nimmt die Brutaktivität im Volk stark zu. Die Königin beginnt wieder intensiver zu legen, wodurch immer mehr Larven versorgt werden müssen. Die Aufzucht dieser Brut erfordert große Mengen an Energie, und damit steigt auch der Futterverbrauch im Volk erheblich an. Gerade in dieser Übergangsphase kann es daher vorkommen, dass Völker trotz scheinbar guten Starts plötzlich in Futternot geraten.
Wir prüfen daher jetzt regelmäßig, ob noch ausreichend Futter vorhanden ist. Ein zu geringer Vorrat kann die Entwicklung des Volkes stark bremsen oder im schlimmsten Fall zum Verhungern führen. Eine rechtzeitige Kontrolle und gegebenenfalls eine unterstützende Fütterung können hier entscheidend sein, um die Völker sicher durch diese sensible Phase des Frühjahrs zu begleiten. Die Stockwaagen zeigen dabei detailliert auf, dass die Völker jede Woche 1 – 2 Kg Futter verbrauchen.
