Die Belegstellensaison 2026 ist abgeschlossen. Nach den acht Beschickungsdurchgängen zwischen dem 23. Mai und dem 11. Juli liegen inzwischen viele Rückmeldungen zur diesjährigen Saison vor. Die Zahlen geben einen guten Überblick über die Entwicklung der Belegstelle Glashütte und zeigen zugleich, wie umfangreich die züchterische Arbeit in diesem Jahr war.
Insgesamt wurden 689 Begattungseinheiten auf die Belegstelle gebracht. Davon erhielten wir 476 Rückmeldungen zu den Ergebnissen der Begattung. Bei 318 Königinnen wurde eine erfolgreiche Begattung und Eiablage dokumentiert. Daraus ergibt sich für die ausgewerteten Rückmeldungen eine Begattungsquote von 66,8 %.
Auch die Beteiligung an der Belegstelle hat sich weiter entwickelt. Insgesamt beschickten 19 Imkerinnen und Imker beziehungsweise Züchter aus vier Bundesländern die Belegstelle Glashütte. Den größten Anteil stellte dabei Schleswig-Holstein mit elf Beschickern, hinzu kamen Teilnehmer aus Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Weiteres Jahr der züchterischen Entwicklung
Die Zahlen stehen dabei nicht für sich allein. Hinter jeder angelieferten Begattungseinheit stehen Zuchtentscheidungen, die Auswahl der Muttervölker und die Vorbereitung auf die Anpaarung. Auf der Belegstelle treffen diese Königinnen dann auf die aufgestellte Drohnenpopulation der jeweiligen Saison.
Mit dem Ausbau der Belegstelle verfolgen wir insbesondere das Ziel, VSH- und SMR-orientierte Buckfast-Genetik für die praktische Imkerei verfügbar zu machen. Die Begattungssaison ist deshalb nur ein Teil der eigentlichen Zuchtarbeit. Die auf der Belegstelle begatteten Königinnen müssen anschließend ihre Eigenschaften im jeweiligen Bienenvolk unter Praxisbedingungen zeigen.
Für unsere weitere Zuchtarbeit stehen aus der Saison 2026 zudem zahlreiche eigene Königinnen zur Verfügung. Insgesamt wurden 269 Königinnen des Bienenzuchtverein Glashütte aus zwei Linien für die weitere Entwicklung und mögliche Verwendung in den Zuchtjahren 2027 und 2028 aufgebaut. Die weitere Auswahl erfolgt nach Überwinterung und anschließender Leistungsprüfung.
Einordnung der Ergebnisse
Eine Begattungsquote lässt sich nicht unabhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen betrachten. Wetter, Volksstärke, Begattungsreife, Drohnenflug und weitere Faktoren beeinflussen das Ergebnis. Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen, wie viele Königinnen nach ihrem Aufenthalt auf der Belegstelle erfolgreich in die weitere Imkereipraxis übernommen werden können.
Für uns ist deshalb nicht allein die Anzahl der erfolgreich begatteten Königinnen entscheidend. Von besonderer Bedeutung ist die Qualität der erzeugten Nachkommen und deren weitere züchterische Entwicklung. Die Leistungsprüfung und Selektion der kommenden Jahre wird zeigen, welche Tiere sich für die weitere Zucht eignen und welche Genetik dauerhaft in unsere Zuchtarbeit einfließen wird.
Die vollständige Auswertung mit weiteren Kennzahlen, Informationen zu den Beschickungsdurchgängen und einer detaillierten Betrachtung der Saison haben wir im Belegstellenbericht 2026 zusammengestellt.
Mit dem Abschluss der Saison 2026 endet die Arbeit damit nicht. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für die kommende Zuchtsaison. Die Erfahrungen und Ergebnisse dieses Jahres fließen in die Auswahl der Zuchtvölker und in die Vorbereitung der Drohnenlinie für 2027 ein.
